Ratgeber

Lenkradsperre klemmt: Schlüssel lässt sich nicht drehen

Das Auto springt nicht an, weil der Schlüssel sich nicht bewegt. Oft liegt es nicht am Zündschloss, sondern an der Lenkradsperre.

Was die Lenkradsperre macht

Das Lenkradschloss sichert das Auto gegen unbefugte Benutzung. Ist der Schlüssel abgezogen, blockiert ein Bolzen das Lenkrad. Wurde beim Abstellen das Lenkrad bewegt oder steht es unter Spannung, etwa weil ein Rad am Bordstein steht, kann der Bolzen unter Druck stehen. Dann lässt sich der Schlüssel nicht drehen.

So lösen Sie die Sperre

  1. Lenkrad leicht in die andere Richtung drehen, als Sie es beim Abstellen eingeschlagen haben.
  2. Gleichzeitig am Schlüssel drehen. Der Bolzen löst sich, sobald der Druck weg ist.
  3. Nicht ruckartig oder mit Gewalt vorgehen. Sonst brechen Schlüssel oder Bolzen ab, und dann steht das Auto erst recht.
  4. Funktioniert das nicht: Lenkrad vorsichtig hin- und herbewegen und dabei den Schlüssel leicht gedrückt halten, ohne zu ruckeln.

Bei Autos mit elektronischer Lenkradsperre

Moderne Fahrzeuge sichern das Lenkrad elektronisch. Dann kann eine schwache oder leere Batterie der Grund sein. Wenn der Schlüssel sich nicht drehen lässt oder das Auto nicht auf Start reagiert, versuchen Sie Starthilfe, siehe Starthilfe und leere Batterie. Bei Keyless-Go kann auch eine schwache Schlüsselbatterie schuld sein, siehe Ausgesperrt: Schlüssel im Auto.

Wenn es weiterhin klemmt

Lässt sich die Sperre nicht lösen, liegt vielleicht ein mechanischer Schaden am Zündschloss oder an der Sperre vor. Auch ein abgenutzter Schlüssel kann die Ursache sein. Dann bleibt nur die Werkstatt. Das Fahrzeug wird auf einem Plateauwagen dorthin gebracht, bei blockierter Lenkung sowieso, denn ein Fahrzeug mit gesperrtem Lenkrad lässt sich nicht sicher schleppen. Weitere Diagnose unter Auto springt nicht an.

Hilfreiche Angaben am Telefon

  • Ob das Lenkrad blockiert ist oder sich nur der Schlüssel nicht dreht
  • Wo das Fahrzeug steht (Straße, Parkhaus, Bordstein)
  • Marke, Modell, Schlüsselart (klassisch oder Keyless-Go)
  • Manuell oder Automatik

Welche Art von Sperre hat Ihr Auto?

Bei älteren und vielen einfachen Fahrzeugen arbeitet ein mechanisches Lenkradschloss: Wird der Schlüssel abgezogen und das Lenkrad ein Stück gedreht, rastet ein Bolzen in die Lenksäule ein, meist mit einem hörbaren Klick. Neuere Fahrzeuge haben oft eine elektrische Lenksäulenverriegelung, die vom Steuergerät gesteuert wird. Dort gibt es keinen Schlüsseldreh gegen einen mechanischen Widerstand mehr, sondern eine Meldung im Kombiinstrument oder ein Auto, das auf Start nicht reagiert. Wenn Sie nicht wissen, welche Variante Ihr Auto hat, hilft das Handbuch im Abschnitt "Lenkradschloss" oder "Starten des Motors".

Woran Sie die Ursache erkennen

  • Der Schlüssel lässt sich nicht bis in die Zündstellung drehen, das Lenkrad rührt sich nicht: typisch für eine verspannte mechanische Sperre.
  • Der Schlüssel dreht sich, aber der Anlasser bleibt still: die Ursache liegt eher bei Batterie, Wegfahrsperre oder Anlasser als bei der Lenkradsperre, siehe Auto springt nicht an.
  • Die Lenkung wirkt beim Fahren plötzlich blockiert: das ist ein Notfall, der nichts mit dem Abstellen zu tun hat. Siehe Servolenkung ausgefallen.

Keyless-Go: Start per Knopf

Bei Fahrzeugen mit Startknopf löst sich die Lenkradsperre, sobald das Auto den Schlüssel im Innenraum erkennt und Sie den Knopf drücken, bei Automatikfahrzeugen meist mit getretener Bremse. Erkennt das Auto den Schlüssel nicht, kann die Schlüsselbatterie leer sein. Viele Hersteller sehen einen Notstart vor, bei dem Sie den Schlüssel an eine bestimmte Stelle am Lenkrad, an der Mittelkonsole oder direkt an den Startknopf halten. Wo genau, steht im Handbuch Ihres Modells. Ob Ihr Fahrzeug das unterstützt, lässt sich hier nicht allgemein sagen.

Was Sie besser lassen

  • Keine Gewalt mit Hebel, Hammer, Zange oder Schlüsselverlängerung. Ein abgebrochener Schlüssel im Schloss macht aus einem Handgriff einen Werkstattfall.
  • Kein Schmiermittel auf gut Glück ins Zündschloss sprühen. Manche Mittel verkleben, und moderne Zündschlösser enthalten Elektronik.
  • Nicht mit Zweitschlüssel und Erstschlüssel abwechselnd ruckeln. Ist der Erstschlüssel abgenutzt, funktioniert der Zweitschlüssel oft besser, aber ruckartig helfen beide nicht.

Nach dem Lösen: kurze Prüfung

Wenn sich die Sperre gelöst hat, lohnt ein Blick auf den Schlüssel: Sind die Kanten stark abgenutzt oder der Bart verbogen, sollten Sie nachmachen lassen, bevor der Schlüssel im Schloss steckenbleibt. Ist der Schlüssel unauffällig, aber es klemmt regelmäßig, kann das Zündschloss verschlissen sein. Das ist ein Werkstattthema, aber kein Fall für einen Abschleppdienst, solange sich die Sperre lösen lässt und das Fahrzeug normal anspringt.

Häufige Fragen

Warum klemmt die Lenkradsperre gerade jetzt?
Meist steht das Lenkrad unter Spannung, weil es beim Abstellen eingeschlagen war oder ein Rad am Bordstein lehnt.
Kann ich das Auto mit blockiertem Lenkrad abschleppen lassen?
Am sichersten auf einer Ladefläche. Ein Fahrzeug mit blockierter Lenkung lässt sich am Seil nicht sicher ziehen.
Kann ich mit klemmender Lenkradsperre losfahren?
Nein. Solange das Lenkrad blockiert ist, lässt sich das Fahrzeug nicht lenken. Erst wenn die Sperre gelöst ist und der Motor normal startet, ist Fahren wieder möglich.
Ab wann ist ein Abschleppdienst nötig?
Wenn sich die Sperre trotz vorsichtigen Lenkradbewegens nicht löst, der Schlüssel im Schloss festsitzt oder das Auto trotz gelöster Sperre nicht startet. Dann geht das Fahrzeug am besten auf die Ladefläche.
Ist Keyless-Go anfälliger dafür?
Es blockiert nicht öfter, hat aber andere Fehlerquellen wie eine leere Schlüsselbatterie oder eine schwache Fahrzeugbatterie. Die Sperre selbst löst sich dann nicht, weil das Steuergerät sie nicht freigibt.

Ihr Fall ist nicht dabei?

Schildern Sie uns die Lage kurz am Telefon oder per WhatsApp, dann sagen wir Ihnen, was sinnvoll ist.