Ratgeber
Auto festgefahren: Was hilft, und wann Bergung nötig ist
Die Räder drehen durch, das Auto sinkt tiefer. Wer jetzt Gas gibt, macht es schlimmer.
Nicht durchdrehen lassen
Hohe Drehzahl an den Antriebsrädern macht den Untergrund glatter, gräbt die Räder ein und füllt die Radkästen mit Schlamm. Wenn sich das Fahrzeug nach ein bis zwei vorsichtigen Versuchen nicht bewegt, hören Sie auf.
Was Sie selbst versuchen können
- Räder gerade stellen und vorsichtig anfahren, mit möglichst wenig Gas.
- Traktion verbessern: Fußmatten, Decken, Bretter oder Anfahrmatten unter die Antriebsräder legen. Grober Sand oder Split in die Fahrrinne helfen ebenfalls.
- Schaukeln: Wechseln Sie zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang mit kleinen Bewegungen, bis der Schwung reicht. Nicht bei Automatik ohne Wählhebelfreigabe erzwingen, siehe Automatikauto abschleppen.
Wann Sie aufhören sollten
- Das Fahrzeug steht schief oder rutscht weiter in eine Böschung oder einen Graben
- Es steht im Wasser, siehe Auto im Wasser
- Es riecht verbrannt, oder ein Rad dreht plötzlich frei, die Kupplung rutscht, siehe Kupplung defekt
- Sie stehen an einer Straße und blockieren sie
Bergung statt Abschleppen
Wenn ein Fahrzeug im Graben, an einer Böschung oder tief im Schlamm liegt, reicht das Aufladen nicht. Es muss geborgen werden, und das ist aufwendiger als ein normales Abschleppen. Sagen Sie uns, wie das Fahrzeug steht: welche Räder eingesunken sind, ob es gekippt ist, wie weit es von der befestigten Straße entfernt ist und ob ein Weg oder Boden für ein schweres Fahrzeug tragfähig ist. Nach Angaben von Ratgeberportalen ist eine Bergung teurer als ein normaler Abschleppeinsatz. Fragen Sie deshalb vorab nach den Bedingungen. Was bei Bergungen allgemein zählt, steht auch unter Abschleppen und Bergung in Köln.
Im Winter
Im Schnee hilft ein Anfahrtsteppich oder Split, dazu ein Blick auf die Reifen: Winterreifen mit Alpine-Symbol sind bei Schnee vorgeschrieben, siehe Winterpanne auf Bergstrecken.
Der Untergrund entscheidet
Schlamm, Sand, Schnee und aufgeweichter Rasen halten ein Auto auf unterschiedliche Weise fest. Im Schlamm wühlen sich durchdrehende Räder ein und lassen das Auto tiefer sinken. Auf Sand nimmt der Halt ab, sobald die Reifen Sand wegschieben. Im Schnee bildet sich unter dem Rad schnell eine Eisfläche, und auf nassem Rasen schmiert der Untergrund. Wichtig für Sie: Je weniger Sie durchdrehen, desto besser stehen die Chancen, dass Sie das Fahrzeug ohne Hilfe wieder flottbekommen. Bei Schlamm oder Sand lohnt es sich meist, im niedrigen Gang und mit sehr wenig Gas zu arbeiten. Weitere Grundregeln nennt der Abschnitt "Nicht durchdrehen lassen" oben.
Anfahrhilfen aus dem, was da ist
Unter das angetriebene Rad legen viele Fahrer die Fußmatten, Äste, Bretter, Steine oder Streugut. Wichtig ist der Kontakt mit dem angetriebenen Rad: Bei Frontantrieb sind das die Vorderräder, bei Heckantrieb die Hinterräder, bei Allrad gegebenenfalls alle. Legen Sie das Material so, dass das Rad darauf hinauffährt und nicht wegspritzt. Achten Sie darauf, dass niemand hinter dem Rad steht, denn das Material kann weggeschleudert werden. Fußmatten sind danach oft verschmutzt oder beschädigt, das ist der Preis für die Selbsthilfe.
Wenn das Auto in einer Böschung oder im Graben steht
Steht das Fahrzeug schräg, in einer Böschung oder in einem Graben, sollten Sie nicht auf eigene Faust weiterversuchen. Das Auto kann wegrutschen oder sich in eine Lage bringen, aus der es nur mit Kran oder Winde herauskommt. Stellen Sie den Motor ab, ziehen Sie die Feststellbremse an und sichern Sie die Stelle. Auf Landstraßen und Wegen gilt: Warnblinker an, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen, soweit das gefahrlos möglich ist. Lesen Sie dazu auch Panne auf der Autobahn.
Wo ein Fahrzeug gezogen werden darf
Bei einer Bergung wird nicht am Stoßfänger oder an der Achse gezogen. Fahrzeuge haben dafür vorgesehene Abschlepp- oder Zugösen, oft unter einer Abdeckung, mit Gewinde im Stoßfänger. Die Öse gehört meist zum Bordwerkzeug. Wenn Sie nicht wissen, wo sie sitzt, steht es im Handbuch. Sagen Sie dem Abschleppdienst, ob die Öse vorhanden ist und ob der Zugang frei ist. Wenn nicht, klärt der Fahrer vor Ort einen sicheren Weg. Ein Ruck mit einem Seil an der falschen Stelle kann Karosserie oder Fahrwerk beschädigen.
Nach der Bergung
Ist das Auto wieder auf festem Untergrund, prüfen Sie kurz Unterboden und Frontschürze auf Schäden und lassen Sie die Räder auf ungewöhnliche Geräusche kontrollieren. Steckt Erde oder Schlamm im Radkasten, sollte er entfernt werden, damit Bremsen und Lenkung nicht behindert werden. Wenn beim Ausfahren ein Geräusch aus dem Antrieb kam oder das Fahrzeug nach links oder rechts zieht, fahren Sie nicht weiter, sondern lassen es prüfen.
Häufige Fragen
Kann ich ein festgefahrenes Auto mit Seil herausziehen lassen?
Ist Festfahren ein Fall für die Teilkasko?
Bei welchem Antrieb hilft welche Methode?
Soll ich mit Gewalt mehr Gas geben?
Kann ich das Auto selbst herausschieben lassen?
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