Für alle, die selbst abschleppen wollen
Abschleppdienst gründen: Was Sie wirklich brauchen
Die meisten Abschleppdienste fangen mit einer Person, einem Fahrzeug und einem Telefon an. Was brauchen Sie für den Start, woher kommen die Aufträge, und welche Fehler kosten Einsteiger am meisten? Das erzählen Leute aus der Branche, wenn sie es selbst durchgemacht haben.
Kurz gesagt: Fangen Sie klein an, mit einem Fahrzeug, das genug laden darf. Klären Sie Versicherungen und Genehmigungen vor dem ersten Auftrag. Sagen Sie nein oder geben Sie den Auftrag weiter, wenn er zu groß ist. Und rechnen Sie aus, was ein Auftrag Sie wirklich kostet, bevor Sie einen Rahmenvertrag unterschreiben.
Klein anfangen: ein Fahrzeug, die Aufträge, die Sie schaffen
Kaum jemand startet mit einer Flotte. Ein üblicher Anfang ist ein Autotransportanhänger hinter einem Geländewagen, oder ein Abschleppwagen bis 3,5 t mit Plateau. Damit fahren Sie Autos für Bekannte und Werkstätten und übernehmen die ersten Pannen. Ein weiteres Fahrzeug kommt erst dazu, wenn die Arbeit da ist. So halten Sie die Kosten niedrig, während Sie herausfinden, ob sich das Geschäft in Ihrer Gegend trägt.
Ein Anhänger ist günstig, aber rückwärts in enge Straßen oder Einbahnstraßen wird schnell mühsam. Mit einem Abschleppwagen laden Sie auf, fahren los und laden ab, ohne Rangieren. Deshalb steigen die meisten so bald wie möglich um.
Das erste Fahrzeug: Achten Sie auf die Nutzlast
Bei einem Abschleppwagen mit 3,5 t zulässiger Gesamtmasse ist die Nutzlast das, was nach dem Leergewicht übrig bleibt, und das Plateau wiegt viel. Ein schwerer Stahlaufbau lässt manchmal zu wenig übrig, um einen normalen Pkw legal zu transportieren. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf wiegen und rechnen Sie die echte Nutzlast aus. Ein Aluminiumplateau ist leichter und lässt mehr Platz für das Fahrzeug, das Sie transportieren.
- Seilwinde: stark genug für die schwersten Fahrzeuge, die Sie laden wollen, nicht für die leichtesten. Eine Winde, die bei einem schweren Transporter auf halbem Weg aufgibt, ist eine Lektion, die viele auf die harte Tour lernen.
- Große Aufträge: große Transporter, Wohnmobile und alles über etwa 3,5 t brauchen ein größeres Fahrzeug, einen anderen Führerschein und oft eine andere Versicherung. Sagen Sie dann nein oder geben Sie den Auftrag weiter, statt zu überladen.
- Ersatzfahrzeug: Sobald Sie davon leben, ist ein Abschleppwagen in der Werkstatt ein Tag ohne Umsatz. Viele halten ein älteres zweites Fahrzeug in Reserve.
Führerschein
Mit der Klasse B dürfen Sie Fahrzeuge bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse fahren. Zwischen 3,5 und 7,5 t brauchen Sie C1, darüber C. Für einen schweren Anhänger kann BE nötig sein. Wer gewerblich mit C1 oder C fährt, braucht grundsätzlich auch die Berufskraftfahrerqualifikation, es gibt aber Ausnahmen. Ein größerer Führerschein macht gebrauchte Lkw ab 7,5 t zugänglich, und die kosten oft weniger als ein neuer 3,5-Tonner.
Gewerbe und Genehmigungen
- Gewerbeanmeldung: beim Gewerbeamt Ihrer Gemeinde, danach meldet sich das Finanzamt.
- Güterkraftverkehr: Für Fahrzeuge über 3,5 t gilt grundsätzlich das Güterkraftverkehrsgesetz mit Erlaubnispflicht. Der Transport beschädigter oder liegengebliebener Fahrzeuge ist teilweise ausgenommen, eine reine Fahrzeugüberführung meist nicht. Klären Sie mit Ihrer IHK, was für Ihr Fahrzeug und Ihre Aufträge gilt, bevor Sie kaufen.
- Gelbe Rundumleuchte: nur, wenn sie für Ihr Fahrzeug zulässig und eingetragen ist. Fragen Sie bei der Zulassungsstelle oder einem Prüfingenieur nach.
- Polizei- und Autobahnaufträge: Bei Unfällen und auf der Autobahn beauftragt die Polizei oft Firmen aus festen Listen oder Verträgen. Ohne diese Aufnahme kommen Sie dort nicht zum Zug, auch wenn Sie in der Nähe sind.
Versicherungen: der teure Posten, an dem Sie nicht sparen dürfen
Für viele Einsteiger ist die Versicherung der größte Schreck, und genau hier dürfen Sie nicht sparen. Eine normale Transporterversicherung für einen Abschleppwagen reicht nicht: Geht etwas schief, sind Sie nicht gedeckt. Sprechen Sie mit einem Makler, der die Branche kennt, und rechnen Sie mit:
- Kfz-Haftpflicht für den Abschleppwagen, mit klar angegebener Nutzung: Pannenhilfe, Abschleppen, Fahrzeugtransport, Unfallbergung.
- Betriebshaftpflicht für Schäden, die Sie bei der Arbeit anderen zufügen.
- Versicherung für fremde Fahrzeuge (Obhut und Ladung), für das Auto des Kunden, solange es auf Ihrem Plateau steht.
- Berufsgenossenschaft: Für Beschäftigte ist die gesetzliche Unfallversicherung Pflicht, für das Verkehrsgewerbe ist das die BG Verkehr.
Die richtigen Papiere zahlen sich aus: Werkstätten, Autohäuser und größere Auftraggeber fragen nach einem Versicherungsnachweis, bevor sie Ihnen Arbeit geben.
Sicher arbeiten
Arbeiten Sie mit festen Gewohnheiten: eine tägliche Kontrolle von Fahrzeug, Winde und Gurten, schriftlich festgehalten. Dazu Leitkegel, Warnweste und gute Zurrgurte an Bord. Arbeiten Sie nie auf einem Fahrstreifen, auf dem Verkehr läuft. Neben der Autobahn gehen Ihre Sicherheit und die des Kunden immer vor Tempo. Der Verband der Bergungs- und Abschleppunternehmen (VBA) ist eine gute Anlaufstelle für Schulungen und Branchenwissen.
Woher kommen die Aufträge?
- Werkstätten in der Nähe: für die meisten kleinen Abschleppdienste die feste Basis. Seien Sie zuverlässig und pünktlich, dann rufen sie immer wieder an.
- Privatkunden: eine einfache Website, ein Google-Unternehmensprofil, Flyer und Visitenkarten. Pannen sind lokal und dringend, also zählt es am meisten, in der Nähe gefunden zu werden.
- Handel: gekaufte und verkaufte Autos transportieren, Abholungen bei Auktionen, von Werkstatt zu Werkstatt.
- Große Auftraggeber: Automobilclubs, Schutzbrief- und Leasinggesellschaften, Behörden. Viel Volumen, aber auch Papierkram, feste Tarife und Zahlungsziele.
Rahmenverträge: erst rechnen, dann unterschreiben
Vertragsarbeit füllt den Kalender, aber rechnen Sie nach, bevor Sie unterschreiben. Lange Fahrten zu niedrigen Festpreisen, 30 bis 60 Tage warten aufs Geld und Personal, das stundenweise bezahlt wird: So sind Sie den ganzen Tag beschäftigt und behalten wenig übrig. Rechnen Sie aus, was eine Fahrt Sie wirklich kostet an Diesel, Lohn, Verschleiß und Zeit. Und trauen Sie sich, Verträge zu kündigen, die nicht pünktlich zahlen.
Klüger arbeiten: Geben Sie weiter, was Sie nicht schaffen
Sie brauchen nicht für jeden Auftrag ein eigenes Fahrzeug. Legen Sie eine Liste zuverlässiger Kollegen an, in der Nähe und weiter weg, mit dem, was jeder laden kann. Ist ein Auftrag zu groß oder zu weit, oder kommt er, wenn Sie voll sind? Dann geben Sie ihn zu einem fairen Preis weiter und berechnen eine kleine Gebühr für die Abwicklung. Der Kunde bekommt schneller Hilfe, Sie behalten den Kunden, und meistens kommt der Gefallen zurück. Vier Stunden Fahrt für einen Auftrag können Sie die Arbeit vor Ort kosten, die Sie in der Zeit erledigt hätten.
Wachsen: Personal und eine Halle kosten mehr, als man denkt
Mehr Fahrzeuge und Personal bedeuten mehr Aufträge. Sie bedeuten aber auch jeden Monat Löhne, ob das Telefon klingelt oder nicht, und mehr Schadenfälle: Ein Kratzer durch einen Fahrer landet auch in Ihrer Schadenbilanz. Dazu kommen Reparaturen und oft eine Halle mit Miete und Nebenkosten. Manche merken, dass sie als Einzelunternehmer mehr übrig hatten. Wachsen Sie, weil die Arbeit da ist und die Zahlen stimmen, nicht nur, weil es geht.
Passen Sie auf Ihre Fahrzeuge auf, und auf sich selbst
Abschleppwagen werden gestohlen. Nutzen Sie GPS-Tracker, Lenkrad- und Radkrallen und eine Wegfahrsperre, parken Sie im Blick einer Kamera und bewahren Sie beide Schlüssel sicher auf: Die Versicherung fragt danach. Überlegen Sie auch, wo die Fahrzeuge nachts stehen. Schwere Fahrzeuge in einer Wohnstraße bringen schnell Beschwerden von Nachbarn oder der Gemeinde.
Und rechnen Sie mit den Arbeitszeiten. Abschleppen ist 24/7, und viele brennen in den ersten Jahren aus. Entscheiden Sie, wie groß Sie werden wollen, und schützen Sie auch Ihre freie Zeit.
Sie haben schon einen Abschleppwagen? Faster vermittelt Pannenhilfe und Abschleppaufträge in Deutschland, die vor Ort von Partnerbetrieben erledigt werden. Wir freuen uns über zuverlässige Partner. Rufen Sie an oder schreiben Sie per WhatsApp: Ihre Region, Ihre Fahrzeuge und was Sie laden können.
Häufige Fragen
Was kostet es, einen Abschleppdienst zu gründen?
Darf ich einen Abschleppwagen mit Führerschein B fahren?
Brauche ich eine Erlaubnis nach dem Güterkraftverkehrsgesetz?
Welche Versicherungen braucht ein Abschleppdienst?
Soll ich für Automobilclubs arbeiten?
Was mache ich mit Aufträgen, die ich nicht schaffe?
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Sie fahren schon Abschleppwagen?
Erzählen Sie uns kurz, wo Sie unterwegs sind und was Sie laden können.